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Naturraum

Natur statt Kulturraum

Wenn man Menschen nach prägenden Erfahrungen in ihrem Leben fragt, Erlebnissen, die tief und gut gespeichert sind, in denen sie sich lebendig und möglicherweise reich beschenkt, sicher und wohl fühlten, dann beschreiben diese oft Situationen, die in irgendeiner Weise mit Natur zu tun haben.

Naturraum wird hier verstanden als Landschaft, als Topografie, die keine bis wenige menschliche Einflüsse aufweist. Was es in Österreich kaum mehr gibt. Deshalb suche ich für Lernprozesse im Naturraum sogenannte „Bonsai-Wildnis-Gebiete“ auf, die am wenigsten zivilisatorische „Störungen“ haben.

Mit Naturraum in Beziehung treten

Lernen im Naturraum bedeutet, mit diesen Topografien wie Wäldern, Flussauen oder Bergen in Beziehung zu treten, mit allem, was in diesen lebt und gedeiht. In Beziehung treten bedeutet, Naturraum als wertfreien Raum zu erkennen, der uns nicht abwertet, nicht demütigt oder gar bestraft, sondern im Gegenteil, Beziehungs- und Bindungsangebote unterbreitet, die uns Schutz und Sicherheit bieten: durch eine wahrzunehmende Schönheit, Ästhetik, Ruhe und freundlichen Gerüchen.

Naturraum birgt dabei eine Vielfältigkeit und einen Ressourcenreichtum ins sich, der künstlich nie in der Art hergestellt werden kann. Das wiederum begünstigt das Finden von Lösungen durch eine Anregung und stiftet zum Ideenreichtum an, für alternative Lösungswege.

Sanfte Naturerfahrung

Lernen im Naturraum ist gleichzusetzen mit einer sanften und schlichten Naturerfahrung. Es empfiehlt sich mit wenig Material unterwegs zu sein, um einerseits vor „technischen“ Ablenkungen geschützt zu sein, und sich konzentriert der Naturwahrnehmung und den sich zeigenden Phänomenen aussetzen zu können. Wir folgen dabei gemeinsam Schritt für Schritt den Phänomenen, die sich zeigen und vertrauen auf die Kräfte der Selbstorganisation in uns in enger wahrnehmender Verbindung mit der Natur.